Ukrainische Literatur trifft auf die besonderen Klänge der Bandura: Am Freitag, 30. Oktober 2026, um 19 Uhr lädt das Archiv der Zukunft in Lichtenfels zu einer außergewöhnlichen Begegnung mit Literatur, Geschichte und Kultur ein. Im Mittelpunkt steht der ukrainische Schriftsteller Mykola Chwylowyj.
Wie viel Hoffnung, Sehnsucht und Lebensliebe können Worte in sich tragen? Und welche Kraft entfaltet Literatur in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche? Diesen Fragen widmet sich ein besonderer Lyrikabend im Archiv der Zukunft, der die Besucher auf eine literarische und musikalische Reise in die Ukraine mitnimmt.
Mykola Chwylowyj (1893–1933) gilt als einer der bedeutendsten ukrainischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Sein Werk ist geprägt von der Sehnsucht nach Freiheit, von gesellschaftlichem Aufbruch und den inneren Widersprüchen einer Zeit tiefgreifender Veränderungen. Seine Texte sind poetisch und leidenschaftlich, manchmal unbequem, dabei stets von einer eindrucksvollen Liebe zum Leben durchdrungen.
Unter dem Titel „Wahnsinnig liebe ich das Leben“, angelehnt an das gleichnamige Buch, werden an diesem Abend ausgewählte Texte des Autors lebendig. Eine besondere Atmosphäre entsteht durch das Zusammenspiel ukrainischer Originaltexte und deutscher Übersetzungen. So werden nicht nur die Worte, sondern auch die Gedanken und Gefühle eines außergewöhnlichen Schriftstellers über Sprachgrenzen hinweg erfahrbar.
Gestaltet wird der Abend von Prof. Dr. Alla Paslawska, Leiterin des Lehrstuhls für Interkulturelle Kommunikation und Translationswissenschaft an der Nationalen Iwan-Franko-Universität Lwiw und Präsidentin des Ukrainischen Deutschlehrer- und Germanistenverbandes. Mit ihrer wissenschaftlichen Expertise und ihrer Verbundenheit zur ukrainischen Literatur eröffnet sie spannende Einblicke in das Werk Chwylowyjs und seinen historischen Hintergrund.
Für die musikalische Begleitung sorgt die ukrainische Musikerin Natalia Hrabarska auf der Bandura, einem traditionellen ukrainischen Saiteninstrument. Mit ihrem unverwechselbaren, warmen Klang verleiht sie den literarischen Texten eine zusätzliche emotionale Tiefe und lässt ein Stück ukrainischer Kultur unmittelbar erlebbar werden.
Das Archiv der Zukunft freut sich auf einen Abend, der weit über eine klassische Lesung hinausgeht: eine Begegnung zwischen Sprachen und Kulturen, zwischen Vergangenheit und Gegenwart und vor allem zwischen Menschen. Denn Literatur und Musik können Brücken bauen, wo Worte allein manchmal nicht ausreichen.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ statt, das sich für ein respektvolles Miteinander, kulturelle Vielfalt und die Stärkung demokratischer Werte einsetzt. Gerade der Austausch über Literatur, Geschichte und persönliche Erfahrungen eröffnet neue Perspektiven und fördert das gegenseitige Verständnis.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich auf diese besondere kulturelle Begegnung einzulassen.
Der Eintritt ist frei.